Sommer im Buchenwald – die Farbe heisst Grün

Ölpastell Sommer im Buchen- und Eichenwald
Ölpastell Sommer im Buchen- und Eichenwald

Die Abkühlung mit Regen ist schon wieder vorbei. Die Sonne scheint und der Himmel strahlt in leuchtendem Blau, weiße Wolken ziehen über dem Blätterdach dahin wie riesige Wattebäusche. Eine kleine  schwarze Katze geht mir ein gutes Stück voraus auf der Waldstraße nahe meinem Sitzplatz im Buchenaltholz. Die Lichtsituation hat sich seit Sonntag völlig verändert. Licht und Schatten stehen in hartem Kontrast. So zeigt es jedenfalls meine Kamera, während sich meine Augen an die Dunkelheit im Waldinneren gewöhnen.

 

 Über das Wochenende habe ich meinen Farbkasten mit Ölpastellen neu, anhand des Farbkreises von Johannes Itten, geordnet. Außerdem habe ich sämtliche Grau- und Beigetöne neu geordnet. Jetzt habe ich zwei Kästen mit jeweils 48 Plätzen in sauberer Farbordnung dabei. Insgesamt sind es rund 90 Ölpastellstifte, die ich dabei habe.

 

Ich beginne damit, das Blau des Himmels ins Bild einzufügen. Das hellste Blau bei Caran d’Ache ist ein Türkisblau, das ich häufig verwende. Das schöne Hellblau ist mir oft schon zu dunkel. Türkisblau enthält ja etwas Grün. Nach der Farblehre von Itten müsste dieser Farbton gerade richtig sein, um den Effekt des Simultankontrastes  durch das dominierende Blattgrün in den Baumkronen zu verhindern. Das im Wald aufgenommene Foto oben zeigt einen Farbstich ins Grünliche. Ich hatte vergessen, den Weissabgleich zu korrigieren und man kann sehen, wie stark grünlich das Licht unter dem Blätterdach ist. Zu Hause habe ich eine weitere Aufnahme mit abgestimmten Weissabgleich und zusätzlicher Farbstichentfernung gemacht (unten). In dieser Aufnahme erscheint mir das Blau im Himmel in der Tat als reines Blau. Hätte ich ein reines Blau verwendet, hätte das umgebende Grün dieses in Richtung Rot-Violet verschoben.

  

 Für die hellen Lichter im Buchenlaub wähle ich Maigrün in Kombination mit Gelbgrün. Die Grüntöne im Wald enthalten viel Grau und die extremen Lichtkontraste machen es schwer, mit den reinen Farben zu arbeiten.  Deshalb nutze ich die Untermalung mit Ölfarben. Der einige Tage alte Untergrund nimmt noch etwas von den Ölpastellen auf und lässt diese nicht so grell erscheinen. Außerdem untermale ich die Grüntöne oft zusätzlich mit Ölpastellen in Erdfarben oder sogar Schwarz, um die stark leuchtenden Grüntöne zu brechen. Am vielseitigsten erscheint mir die Farbe Moosgrün zu sein, die ich als Ausgangston für viele Grüntöne benutze. Nach zwei Stunden bin ich ein gutes Stück weiter gekommen, aber es gibt noch einige „Baustellen“ im Bild.

Ölpastell mit korrektem Weissabgleich
Ölpastell mit korrektem Weissabgleich