Regen im Juliwald

Altholzgruppe im Buchenwald
Altholzgruppe im Buchenwald

In den vergangenen Tagen hat es endlich geregnet, die Temperatur ist auf unter 20°C gefallen. Der Himmel liegt heute wie ein blass graues Leinentuch über der Landschaft.

 

Der Wald ist grau-grün von matter Farbe. Nur hier und da leuchtet etwas kräftigeres Grün. „Wird das leuchtende Grün durch Grau getrübt, dann entsteht leicht ein Gefühl von lahmer Faulheit“, schreibt Johannes Itten in seiner Farbenlehre. In der Tat wirkt  der Wald heute eher monoton. Aber in den Ausblicken und im Kontrast gegen den Himmel entstehen poetische Bilder von fein abgestuften Tonwerten.

Der Wind lässt den Regen der Nacht von den Blätter tropfen, ab und zu folgt ein Regenschauer, der aber kaum durchs dichte Blätterdach dringt. Es scheint, die Vögel halten sich mit Gesang zurück und zwitschern nur leise.

 

Ich setze mich in eine Altholzgruppe und lege eine Untermalung mit Ölstiften im Pastellmalbuch an. Grün ist eine sehr variable Farbe die in viele Richtungen moduliert werden kann. Ich habe das falsche Grün bestellt. Winsor Saftgrün entspricht nicht dem, was ist erwartet hatte, eine opakes, leicht warmes Grün, ähnlich einem Moosgrün, das für viele Blattgrüns als Ausgangsfarbe dienen kann. Das Saftgrün ist transparent, dunkler und wärmer. Glücklicherweise habe ich noch einen Rest „Winsor Grün“, das ich mir in den nächsten Tagen besorgen muss.