Ein verregneter,kalter 1. Mai

Verregneter, kalter erster Mai, Buchenwald, dunkle Stämme,helles Blattgrün
Verregneter, kalter erster Mai, Buchenwald, dunkle Stämme,helles Blattgrün
Fünf Eichenstämmchen wachsen aus einem alten Baumstumpf
Fünf Eichenstämmchen wachsen aus einem alten Baumstumpf

Bei Temperaturen von 7°C und Sprühregen mache ich eine kleine Exkursion in den Wald. Ich will mein neues wassergeschütztes Objektiv ausprobieren. Das schon recht dichte Dach von Frühjahrslaub schützt mich vor dem Regen, nur wenige Tropfen dringen bis auf den Waldboden durch.

 

Auf dem vor fast einem Jahr entdeckten Kieferknochen eines Wildschweines  sind Nagespuren zu sehen, auch die Lage wurde inzwischen verändert.

 

An feuchten Stellen auf den Maschinenwegen blühen verschiedene Sauergräser (Seggen). Im Eichenjungwuchs finde ich ein dünnes Totholzstämmchen wie einen großen, bleichen Knochen angelehnt an Nachbarbäume. Grauspechte, die ihre Nahrung im Wald bevorzugt auf Totholz suchen, haben hier ihre Spur hinterlassen. Auch die zerlegten, morschen Baumstümpfe sind wohl das Werk dieser Waldbewohner. Für die Aufzucht ihrer Brut suchen sie fast ausschließlich Ameisenpuppen.

 

Der Regen wird langsam stärker, ich höre das leise Knistern der Regentropfen im trockenen Laub am Waldboden. Windstöße schütteln ab und zu den Regen in Schauern von den Blättern.

Ich schaue mir den großen Totholzstamm am Roten Buckel genauer an. I der Hand fühlen sich abgebrochen Holzstück leicht, wie aus Pappe oder Styropor an. Ein guter Teil der Zellulose ist wohl schon von Mikroorganismen abgebaut.

Ganz von fern höre ich den Ruf eines Kuckuck. Der graue Himmel sorgt für gedämpftes Licht. Unter dem Blätterdach im Unterstand ist es schon dunkel wie im Sommer. In der Nähe von einigen stattlichen Fichten höre ich eigenartige Vogelrufe. Als ich aufschaue sehe ich Bewegung in der Baumkrone und denke zuerst an Reiher. Dann aber sehe ich einen Bussard abfliegen, vielleicht befindet sich hoch oben, versteckt in den Ästen ein Bussardnest mit Jungvögeln.