Ein perfekter Vormittag im Wald

Skizze Acrylmarker und Wachsmalstifte, Totholz
Skizze Acrylmarker und Wachsmalstifte, Totholz

Die Morgensonne im Wald macht richtig Laune. Der Anblick des hellen Frühjahrsgrün begeistert mich immer wieder, auch wenn ich schon x-mal ein Bild an derselben Stelle am Waldeingang aufgenommen habe, so muss ich es auch heute Morgen wieder tun.

 

Zahlreiche Vogelstimmen begrüßen mich, vor allem der Gesang der Mönchsgrasmücke ist zu hören. Spechte trommeln und ich sehen ein Paar in flotten Schwüngen durch die Baumkronen düsen. Das Gezwitscher der Vögel wird vom unglaublich klar zu hörenden Neunuhrgeläut der Kirchturmglocken im 2km entfernten Nachbarort begleitet.

Am Waldweiher ist nur ein Blässhuhn unterwegs, am Ufer blühen Vogelkirschen. Ich durchquere einen kleinen Erlenwald, um nach den Wasserlöchern zu sehen. Alles ist ausgetrocknet, die Molche haben sich ein anderes Quartier suchen müssen. Was tun all die im Wasser lebenden Insekten, werden sie die Trockenheit bis zum nächsten Regen überstehen? Die ausgetrockneten Fahrspuren scheinen jetzt für Insekten interessant. Über dem trockenen Laub sehe ich zahlreiche Wollschweber fliegen, die mit ihrer braunen Behaarung aussehen wie kleine Hummeln mit einem langen Rüssel.

 

Auch im Waldsumpf ist der Wasserstand merklich gesunken. Viele unterschiedliche Moosarten haben sich hier auf Totholz angesiedelt. Einmal habe ich sogar Torfmoose gesehen, die ich heute aber nicht mehr finden kann. Wassertropfen glitzern an den Spitzen einiger Grasbüschel. Nachdem es nicht geregnet hat vermute ich dass die Gräser überschüssiges Wasser über die Blätter wieder abgeben (Guttation).

In dem flachen Wasser wimmelt es von Kleinlebewesen und Fliegenlarven, Wasserläufer flitzen über die Oberfläche und die ersten Mücken sind unterwegs.

Ich nehme eine Köcherfliegenlarve aus dem Wasser und lege sie auf einen  Stamm, um zu sehen was passiert. Nach kurzer Zeit arbeitet sich das Insekt auf direktem Weg über das Moospolster zurück ins Wasser. Die Köcherfliegenlarve weiß anscheinend ganz genau, wo das Wasser zu finden ist.

 

Beim Gang über den Roten Buckel spüre ich die Mittagswärme. Im Schatten junger Fichten stelle ich meinen Hocker auf und skizziere ein größeres Stück Totholz, das bei der Durchforstung zurückgelassen worden ist. Ein paar Schmetterlinge tanzen im Licht auf dem Waldpfad, Aurorafalter lieben das Wiesenschaumkraut. Als ich um 12.30 h zurückkehre zeigt das Thermometer 20,4 °C im Schatten an.