Frühjahrswald , Ölpastell Malerei Teil II

Ölpastell im Nadelwald
Ölpastell im Nadelwald

Mit knapp unter 10°C im Schatten ist es heute am späten Nachmittag recht frisch. Am Himmel ziehen Wolken und geben immer wieder heitere Flecken in Blau frei, dann leuchtet die tief stehende Abendsonne in den Wald.

Mein Motiv  hat sich in der letzten Woche schon deutlich verändert. Die Blätter im Hainbuchenunterstand sind in der Entwicklung weiter fortgeschritten. Auch Brombeerranken, Brennesseln und andere krautige Pflanzen haben Ansätze von Blättern gebildet. Der Sauer Klee und die Wiesenschafgarbe blühen, vereinzelt gibt es hier auch das Buschwindröschen, das an anderen Stellen im Wald massenweise in großen, geschlossenen Teppichen wächst und blüht.

 

Heute habe ich nicht nur meine Ölpastelle dabei, sondern auch meine Kamera mit Telezoom. Mein Versuch, eine Mönchsgrasmücke zu fotografieren schlägt allerdings fehl. Dafür entdecke ich in der Nähe eines Baumstumpfs am Rande des Fichtengehölzes einen etwa 3-4 cm langen Weiß gebleichten Tierschädel. Der Unterkiefer fehlt, der Oberkiefer hat keine auffälligen Eckzähne aber Löcher für Schneidezähne. Ich schließe auf ein Nagetier und frage mich, welches Nagetier in dieser Größe hier wohl die Beute eines Räubers geworden ist.  Mein Blick fällt auf die am Boden liegenden Überreste von zerpflückten Tannen- und Douglasienzapfen, die Überreste der Mahlzeiten eines Eichhörnchens. Das ist wohl des Rätsels Lösung.

 

Ich widme mich meiner Ölpastellarbeit. Ich stelle meinen Hocker an einem anderen Ort auf als zuletzt, aber ganz in der Nähe, nur tiefer ins Motiv hinein gerückt. Irgendwie hatte ich mir das aber doch etwas einfacher vorgestellt. Ich frage mich wie ich hier den Einstieg finden soll. In solchen Situationen fange ich dann einfach irgendwo an einer Stelle im Bild an und der Rest ergibt sich dann wie von selbst. So ist es auch diesmal. Ich beginne mit dem schönen Blau des Himmels und deute  die strahlend weißen Ränder der vorüberziehenden Wolken an. Rechts im Bild entwickle ich neu einen stärkeren Stamm einer Tanne und arbeite mich dann durch das Grün der Baumkronen.

 

Das Schöne an einer Untermalung in Ölfarben, die sich schon am Motiv orientiert im Gegensatz zu abstrakten, freien Farbflecken, ist dass man mit den Ölpastellen sehr sparsam, indem man unklare Stellen bearbeitet, hier und da etwas deutlicher macht oder Farbakzente setzt, ganz behutsam das Bild weiter entwickeln kann. Die Arbeit in einer Pause mal zu fotografieren hilft auch wieder Distanz zu gewinnen und Ungereimtheiten zu erkennen. So habe ich die 90 Minuten bei angenehm kühler Witterung und ab und zu etwas Sonnenschein sehr genossen. Ich denke in 1-2 weiteren Sitzungen kann das Bild fertig werden.