Spaziergang zur Eppinger Linie

Im Graben der Eppinger Linie
Im Graben der Eppinger Linie

Heute durchstreife ich den Wald entlang der Eppinger Linie, einem historischen Verteidigungswall erbaut am Ende des 17. Jahrhunderts auf Veranlassung des Markgrafen von Baden.  Heute führt ein Wanderweg über das Bodendenkmal, der Graben wird teilweise bis zu 4 Meter tief und füllt sich an manchen Stellen mit Wasser.  In dieser Jahreszeit, bei gefrorenem Boden kann man die Grabensohle begehen. 

Vom Wind geworfene Baumstämme liegen quer. Ein Marder nutzt diese natürliche Brücke um den Graben zu überqueren wie ich an den Trittspuren erkennen kann. An einem alten Baumstumpf finde ich Reste von Vogelfedern, ein Hinweis auf eine der letzten Mahlzeiten des Räubers.

Dornfarn wächst epiphytisch auf dem quer liegenden Stamm, das Grün leuchtet auffällig in der Wintersonne. In Bodennähe entdecke ich kleine Boviste, die ihre Köpfe aus der Schneedecke strecken. Heute sehe ich dass der Stamm der großen, vom Sturmtief Egon gebrochenen Buche, mit dem gesamten Wurzelteller aus dem Erdwall gedreht wurde und in den Graben abgestürzt ist. Ein verlassenes mit Schnee gefülltes Vogelnest aus Moos schwebt auf einem Ast.

 

Im benachbarten Eichenjungwald ist eine alte Kiefer schon vor längerer Zeit umgebrochen und mit der Krone einige Meter hoch über dem Boden in den jungen Bäumen hängen geblieben. Spechte haben den Wurzelanlauf auf der Suche nach Nahrung zerhackt, die frischen Späne sind ringsum im Schnee verteilt. In der Schneedecke auf dem schräg in die Höhe reichenden Stamm finde ich Marderspuren. Die Rufe der Schwarzspechte sind heute morgen weithin zu hören, drei verschiedene Laute sind zu unterscheiden. Das im Flug zu hörende prüt...prüt..prüt, der klagende Revierruf und der an Lachen erinnernde Balzruf. Ich bin gespannt ob das Spechtpaar tatsächlich die kürzlich entdeckte Bruthöhle zwischen Wohnsiedlung und Schießstand bezieht. Stille Erholung ist hier nicht mehr möglich, regelmäßig ist das Knallen großkalibriger Waffen Kilometer weit im Umkreis zu hören.

Es ist schon erstaunlich welche Kräfte unsere Buntspechte auf der Suche nach Nahrung entwickeln. 

Auf dem Rückweg durchquere ich einen alten Buchenbestand. Hier findet man immer wieder Exemplare mit auffälligem Bewuchs von Moosen und Algen auf der Rinde.