Spaziergang bei Schneefall

Hier jagt der Chef , Hochsitz mit Bürostuhl
Hier jagt der Chef , Hochsitz mit Bürostuhl

Die Kältewelle (Tief Alexander) liegt hinter uns. Hier sind die Temperaturen vorgestern Nacht auf bis zu -10° abgesunken. Heute steht das Thermometer bei -2°. Beim Gang durch den Wald rieseln ganz feine Schneeflocken vom hell grauen Himmel. Später folgt ein Schneetreiben und ich suche Schutz unter dem Vordach einer Waldarbeiterhütte bis der Schneefall nachlässt. Ich sehe einen harmonischen Dreiklang aus dem feinen Hellgrau des Himmel, dem dunkleren rot-grau des Unterwuches und dem weichen,gedämpften Weiss der Schneedecke, das sich in vielen Linien und Tupfen vom Boden über die Stämme und Äste bis in den Himmel erstreckt. Verbunden sind Erde und Himmel durch schwarz- und buntgraue Baumstämme.

 

Ein lichter Eichenjungwald. Man kann die Pflanzreihen noch erkennen. Es ist unter Umständen ein hartes Stück Arbeit solch eine Pflanzung ohne Zaun groß zu ziehen. Oft müssen junge Eichenpflanzen wirksam gegen Rehwildverbiss und das Fegen der Rehböcke durch Kunststoffhüllen geschützt werden. Auch Mäuse können eine Anpflanzung komplett vernichten, dazu kommt die Konkurrenz um Licht und Nährstoffe durch Gras und rasant wachsende Brombeerhecken. Nicht alles was in der Kunststoffröhre gepflanzt wurde wächst auch an, manch eine Pflanze hockt auch noch nach Jahren tief unten in der Röhre. In der vorderen Reihe am Wegrand wurden Kirschbäume gepflanzt.

Auch wenn Rehwild wenig zu sehen ist kann der Wildbestand doch sehr hoch sein. Die zunehmende Freizeitnutzung des Waldes führt trägt dazu bei dass das Wild sich tagsüber immer weniger zeigt und hauptsächlich frühmorgens oder abends aktiv ist. Im Winter bei Schneelage werden die Spuren jedoch sichtbar, so wie hier an einem Waldweg wo Rehe auf größerer Fläche das Laub nach Nahrung durchwühlt haben. Auch die skurrilen Zweigbüschel in Bonsaiformen an Buchenstumpen sind vom häufigen Verbiss von Rehen verursacht.

Buchengruppe Alt- und Totholz markiert nach FFH Richtlinie
Buchengruppe Alt- und Totholz markiert nach FFH Richtlinie

In den Wäldern sind viele absterbende Bäume  als Brutbäume für Spechte und andere Höhlenbrüter erhalten. Brutbäume werden mit dem Zeichen FFH oder einer Wellenlinien mit einem H in der Mitte gekennzeichnet (Fauna-Flora Habitat nach Alt-und Totholzkonzept BW). Hier ist eine Totholz Baumgruppe in einem alten Buchenbestand zu sehen. Einer der Bäume ist mit FFH gekennzeichnet. Buntspechte und Schwarzspechte gibt es in den hiesigen Wäldern sehr häufig. 

Auf Maulbronner Markung sind über 100 Biotope nach FFH Richtlinie gemeldet.  Dabei handelt es sich um Gebiete, die seit Jahrzehnten bekannt sind. In der freien Landschaft sind nur wenige Hecken erfasst.  Die wenigen, verbliebenen Hecken an Waldrändern sind auch nicht geschützt.

 

Buchenbrennholz
Buchenbrennholz

Das vor einiger Zeit geschlagene Buchen- und Eichenholz ist noch nicht abgefahren. Hier wurde der Brennholzstapel mit blauer Farbe markiert, so wird Diebstahl schnell bemerkt.

 

Buchen entwickeln in höherem Alter oft einen roten Kern. Dies ist bei Buche nicht genetisch bedingt, sondern hängt mit Witterung und Standort zusammen. Der Rotkern bei Buche beeinträchtigt die Holzqualität nicht und gilt daher auch nicht als Holzfehler. An dem große Stamm im Weggraben sind zwei Kerne, der Querschnitt durch einen Zwiesel zu sehen.