Nach Wind und Regen, der Pilzsammler

Der Pilzsammler, Ölpastell auf Ölfarben, 41X19 cm
Der Pilzsammler, Ölpastell auf Ölfarben, 41X19 cm

Am Vorabend des 19.8.2017 gab es starken Wind und Regen. Am Morgen ist die Sonne noch hinter einer flachen Schicht Wolken verborgen, die nach Osten abzieht. Als ich ins Tal der Salzach absteige steht aber schon der blanke, blaue Himmel im Westen. Beim Aufstieg am Klosterberg wärmt die Sonne mit voller Kraft meinen Rücken. Oben auf den "Schanzen" picken zwei Kleiber eifrig die vom Wind aus den Bäumen herab geschüttelten Sämereien auf.

Ich habe Glück, die Beleuchtung im Wald ist ganz genauso wie vor fast 3 Wochen.  Kleine Wasserdampfwolken steigen von den Mooskissen und den Baumstämmen im Sonnenlicht auf. Die Wärme in den Lichtinseln verwandelt auch meinen Atem in Dampfwolken. Die Luft ist kühl, klar vom Regen gereinigt. Nichts ist schöner als ein Spaziergang im Wald nach einem ausgiebigen Regen.

 

Schöne, große Steinpilze wachsen nicht weit von meinem Sitzplatz. Es ist sehr ruhig im Wald am Samstagmorgen, nur ein einsamer Spaziergänger ist unterwegs. Ich versuche die starken Lichtkontraste im Laub und auf dem Waldboden mit meinen Ölpastellen einzufangen. Besonders schwierig erscheint mir auch heute wieder der Waldboden mit den vielen Rot- und Brauntönen des alten, abgefallenen Buchenlaubes. Ab und zu rauscht der Wind durch die Baumkronen und schüttelt  Regentropfen wie glitzernde Perlen aus dem Blätterdach. Ich bin ein gutes Stück weiter gekommen mit meinem Bild, aber einiges ist noch zu überarbeiten.

 

Einen Tag später ist die Witterung immer noch kühl und frisch, aber es hat nicht mehr geregnet und es ist sonnig, Das ideale Wetter wieder in den Wald zu gehen. Die Steinpilze haben einen Liebhaber gefunden, wenigsten wurden sie sauber über dem Boden abgeschnitten und nicht einfach herausgerissen. Der unbekannte Gourmet findet seinen Weg ins Bild. Ich widme mich dem Blattwerk und dem Spiel von Licht und Schatten auf dem Boden.

Armer Waldboden, Du tust mir leid

Holzerntemaschine im März 2014 durchpflügt den Maulbronner Wald
Holzerntemaschine im März 2014 durchpflügt den Maulbronner Wald

Zufällig bin ich auf dieses nette Video der Eidgenössischen Forschungsanstalt WSL gestoßen. Darin werden Tipps zur Vermeidung von Bodenverdichtungen im Wald gegeben.  Bei unpassender Witterung d.h. bei nassem, durchweichtem Boden haben Rückefahrzeuge und Erntemaschinen im Wald nichts zu suchen. So einfach ist das in der Theorie. In der Praxis schert sich auch bei uns niemand darum.

 

Bodenverdichtungen durch schwere Maschinen zerstören das Kapillargefüge im Boden. Sie unterbrechen den Gas- und Wasseraustausch der unteren Bodenschichten mit der  Bodenoberfläche indem die oberen Bodenschichten zu einem undurchlässigen Schicht gepresst werden.  Das ist umso übler je feiner und toniger die Waldbodenerde ist. Gerade auf den besten Standorten werden so die größten Schäden angerichtet.  An solchen Stellen können Bäume nicht mehr wachsen, weil weder Sauerstoff noch Wasser durch die dicht gestampfte Erde dringen können.

 

Bis zu 100 Jahre soll es dauern, bis die Natur die negativen Auswirkungen von schweren Bodenverdichtungen ausgeglichen hat. Allerdings setzt das voraus dass 100 Jahre lang an der Stelle nichts passiert. Tatsächlich tauchen Erntemaschinen regelmäßig in Abständen von Jahrzehnten im Wald auf, d.h. einmal angerichtete Schäden bleiben auf auf Dauer bestehen. Langfristig summieren sich sogar die Schäden durch das wiederholte befahren mit Maschinen.

 

Mich würde mal interessieren in welche Kategorie der Schweizer Experte die im Maulbronner Wald angerichteten Schäden einordnen würde. Die Skala von 1-3 müsste wahrscheinlich bis auf 10 erweitert werden.

 

Ausgerechnet in den extrem empfindlichen, tonigen Böden der bunten Mergel sind schwere Forstmaschinen bei völlig ungeeigneter Witterung, bei aufgeweichtem Boden, nassem Wetter, kaum Frost oder Schneelage im Winter in den Jahren 2014 bis 2017 in die Eichenbestände in Maulbronn gefahren worden.  Entsprechend übel sah das nachher aus.

 

Jetzt hat man die Sache vor der nächsten Ernteaktion sehr pragmatisch "gelöst" und die Fahrrillen einfach mit Erd- und Steinaushub zugeschüttet und planiert (siehe Bildstrecke unten).

 

 

Nach dem Regen

In den vergangenen Wochen und Tagen hat es häufig und stark geregnet. In der Nacht hat der Regen nachgelassen, der Himmel ist Grau und das Thermometer steht bei 14 ° C. Heute morgen kann ich nach längerer Zeit wieder einmal einen Waldspaziergang unternehmen. Über mir unterhalten sich die Kleiber im Buchengeäst.

 

An verschiedenen Stellen hat die Forstverwaltung Maschinenwege in die Waldflächen geschoben und große Mengen von Steinschutt und Erdaushub in den Wald eingebracht.  Der Holzeinschlag soll also auch in diesem Winter weiter geführt werden.

 

An feuchten Stellen ist das große Springkraut hoch gewachsen. Einzelne Hummeln besuchen die Blüten. An den Blatträndern hängen schöne Wassertropfen, die dort über spezielle Öffnungen bei überhöhter Wassersättigung von den Blattern ausgeschieden werden.

 

Am Waldweiher fliegt ein Graureiher ab, eine Erdkröte versteckt sich am Ufer. Das Wasser ist grün von starkem Algenwuchs und stinkt unangenehm. Die feuchte Witterung hat zahlreiche Pilze auf Totholz wachsen lassen.

 

Von weitem sind die Rufe von Tauben und Bussarden zu hören.  Ich setzte mich an den Waldrand, um zu zeichnen. Die Bussarde sitzen rufend auf den Obstbäumen und markieren ihr Revier.

 

Das Licht im Wald

Dunkle Schatten und helle Lichtflecken im Sommerwald
Dunkle Schatten und helle Lichtflecken im Sommerwald

Nach einer kleinen Ferienpause (Wanderung am Lech) ging es heute nach einigen Tagen mit viel Regen wieder in den heimischen Wald.

Es wird ein heißer Vormittag mit, Sonne, blauem Himmel und Wolken. Ab und zu geht ein mächtiges Rauschen durch das Blätterdach und ein kühler Wind zieht zwischen den Bäumen durch. Ein Bussard ruft, hier und da hört man eine Amsel.

 

Eigentlich wollte ich heute einen Baumstamm porträtieren, aber das magische Licht im Sommerwald scheint mir plötzlich das richtige Thema. Meine Farben für die Untermalung sind heute: Elfenbeinschwarz, gebrannte Siena, Cremeweiss,dunkles Grün,permanent Grün hell, Gelb, Ocker und Granit(Hautton) Rosa.

 

Kleine Ölpastelle - Souvenirs aus dem Sommerwald

Ölpastell ,Untermalung von Himmel und Wald
Ölpastell ,Untermalung von Himmel und Wald

Es ist ein schöner Tag mit blauem Himmel und weißen, ziehenden Wolken. Über mir höre ich seltsame Geräusche in einem Baum an der Forststrasse.

 

Es ist ein Eichelhäherpaar, das sich unterhält. Es ist sehr still im Wald, kein Vogelgesang, Stimmen von Kindern höre ich und das unablässige Rauschen der nahen Bundesstraße.

 

 

Heute habe ich zwei kleine Papierstreifen im Format 24X11 cm für hochformatige Waldstudien mitgenommen. Etwas gebleichtes Mohnöl,um meine Ölpastelle zu verdünnen und mit einem kleinen Pinsel verreiben und mischen zu können, habe ich auch dabei. 

Malutensilen, Ölpastelle
Malutensilen, Ölpastelle

In der grünen Hölle

Ich habe damit begonnen, für das Mischen von Ölpastellfarben von Caran d’Ache (Neopastel) systematische Farbtafeln aufzustellen. In der Kopfzeile sind die Farben für die Untermalung gelistet, in der ersten Spalte sind die darüber gesetzten Grüntöne eingetragen.

Ich habe noch nicht alle Kombinationsmöglichkeiten für Grüntöne ausprobiert aber schon jetzt zeigen sich ein paar interessante Ergebnisse.

 

-          Die sehr hellen Grüntöne sind weniger deckend, eher transparent, speziell bei dunkler Untermalung wirken die hellen Töne eher verschmutzt. Das hellste Grün (Lindengrün) wird schon fast zu einem Grau  bei Untermalung mit Schwarz oder Indigo

-          Grassgrün ist als reine Farbe recht grell,lässt sich aber sehr gut mit anderen Farbtönen vermischen

-          Opalgrün deckt (fast) alles ab

-          Blaugrüne Töne wie Smaragd- und Dunkelgrün mischen sehr gut mit Elfenbeinschwarz,Grauschwarz und Olivschwarz (dies waren auch schon bisher meine bevorzugten Farben zu Mischung von dunklen Grüntönen), aber auch in Mischung mit Preussischblau und Indigo lassen sich sehr schöne dunkle, kühle Grüntöne erzeugen.

-          Moosgrün ist auch sehr geeignet um abgewandelte Grüntöne zu mischen

-          Lavendel (blau) und türkisgrün eignen sich ebenfalls sehr gut als Untermalung für mittelhelle Grüntöne

-          Eine Untermalung mit Orange um warme Grüntöne zu mischen, erscheint mir wenig geeignet, Ocker ist hier eindeutig besser vor allem in Kombination mit den Olivgrüntönen

-          Eine Untermalung mit Gelb ist vor allem in Kombination mit kühlen, hellen Tönen wie Türkis- und Jadegrün vorteilhaft

 

 

Die Ausmischungen von Grüntönen mit roter Untermalung werde ich als nächstes testen.

Graureiher - Sonnenbaden am Waldweiher

Graureiher beim Sonnenbaden am Waldweiher
Graureiher beim Sonnenbaden am Waldweiher

Eine Gruppe von vier Graureihern hat sich heute Nachmittag zum Sonnenbaden am Waldweiher eingefunden.  Umgestürzte Bäume scheinen ein gesuchter ideale Sitzplatz zu sein.  Es herrscht drückende Hitze im Wald.  Abgesehen von Warnrufen der Eichelhäher und Spechte sind keine Vogelstimme zu hören.

Licht und Schatten im stillen Sommerwald
Licht und Schatten im stillen Sommerwald

Juliwald - die Ölpastellstudie ist fertig

Eichen und Buchenwald im Juli, Ölpastell
Eichen und Buchenwald im Juli, Ölpastell

Am späten Nachmittag bis in den frühen Abend habe ich an meiner Ölpastellstudie weiter gearbeitet. Die neue Ordnung und Übersicht im Farbkasten finde ich sehr hilfreich bei der Farbwahl.

Bisher habe ich die Farben eher intuitiv und nach dem Prinzip "Versuch und Irrtum" ausgewählt. Dabei entwickelt sich eine handwerkliche Routine, die nützlich ist, aber man bemerkt unter Umständen nicht, wie man sich dadurch in der Weiterentwicklung beschränkt.

 

Schiefergrau habe ich als zusätzliche dunkle Farbe für die Rinde von Baumstämmen entdeckt. Diese Farbe kam in meinem Auswahlsortiment an kleinen Farbstücken gar nicht vor. Erst durch die Inventarisierung wurden mir Lücken in meinem gewohnten Farbspektrum bewusst.

 

Die Auswahl an Grau- und Beigetönen mag ich besonders. Die kalten Grautöne setze ich bevorzugt in Schattenpartien an Baumstämmen ein, während die Beigetöne sehr gut für die besonnte Seite von Baumstämmen geeignet sind. 

Sommer im Buchenwald – die Farbe heisst Grün

Ölpastell Sommer im Buchen- und Eichenwald
Ölpastell Sommer im Buchen- und Eichenwald

Die Abkühlung mit Regen ist schon wieder vorbei. Die Sonne scheint und der Himmel strahlt in leuchtendem Blau, weiße Wolken ziehen über dem Blätterdach dahin wie riesige Wattebäusche. Eine kleine  schwarze Katze geht mir ein gutes Stück voraus auf der Waldstraße nahe meinem Sitzplatz im Buchenaltholz. Die Lichtsituation hat sich seit Sonntag völlig verändert. Licht und Schatten stehen in hartem Kontrast. So zeigt es jedenfalls meine Kamera, während sich meine Augen an die Dunkelheit im Waldinneren gewöhnen.

 

 Über das Wochenende habe ich meinen Farbkasten mit Ölpastellen neu, anhand des Farbkreises von Johannes Itten, geordnet. Außerdem habe ich sämtliche Grau- und Beigetöne neu geordnet. Jetzt habe ich zwei Kästen mit jeweils 48 Plätzen in sauberer Farbordnung dabei. Insgesamt sind es rund 90 Ölpastellstifte, die ich dabei habe.

 

Ich beginne damit, das Blau des Himmels ins Bild einzufügen. Das hellste Blau bei Caran d’Ache ist ein Türkisblau, das ich häufig verwende. Das schöne Hellblau ist mir oft schon zu dunkel. Türkisblau enthält ja etwas Grün. Nach der Farblehre von Itten müsste dieser Farbton gerade richtig sein, um den Effekt des Simultankontrastes  durch das dominierende Blattgrün in den Baumkronen zu verhindern. Das im Wald aufgenommene Foto oben zeigt einen Farbstich ins Grünliche. Ich hatte vergessen, den Weissabgleich zu korrigieren und man kann sehen, wie stark grünlich das Licht unter dem Blätterdach ist. Zu Hause habe ich eine weitere Aufnahme mit abgestimmten Weissabgleich und zusätzlicher Farbstichentfernung gemacht (unten). In dieser Aufnahme erscheint mir das Blau im Himmel in der Tat als reines Blau. Hätte ich ein reines Blau verwendet, hätte das umgebende Grün dieses in Richtung Rot-Violet verschoben.

  

 Für die hellen Lichter im Buchenlaub wähle ich Maigrün in Kombination mit Gelbgrün. Die Grüntöne im Wald enthalten viel Grau und die extremen Lichtkontraste machen es schwer, mit den reinen Farben zu arbeiten.  Deshalb nutze ich die Untermalung mit Ölfarben. Der einige Tage alte Untergrund nimmt noch etwas von den Ölpastellen auf und lässt diese nicht so grell erscheinen. Außerdem untermale ich die Grüntöne oft zusätzlich mit Ölpastellen in Erdfarben oder sogar Schwarz, um die stark leuchtenden Grüntöne zu brechen. Am vielseitigsten erscheint mir die Farbe Moosgrün zu sein, die ich als Ausgangston für viele Grüntöne benutze. Nach zwei Stunden bin ich ein gutes Stück weiter gekommen, aber es gibt noch einige „Baustellen“ im Bild.

Ölpastell mit korrektem Weissabgleich
Ölpastell mit korrektem Weissabgleich

Regen im Juliwald

Altholzgruppe im Buchenwald
Altholzgruppe im Buchenwald

In den vergangenen Tagen hat es endlich geregnet, die Temperatur ist auf unter 20°C gefallen. Der Himmel liegt heute wie ein blass graues Leinentuch über der Landschaft.

 

Der Wald ist grau-grün von matter Farbe. Nur hier und da leuchtet etwas kräftigeres Grün. „Wird das leuchtende Grün durch Grau getrübt, dann entsteht leicht ein Gefühl von lahmer Faulheit“, schreibt Johannes Itten in seiner Farbenlehre. In der Tat wirkt  der Wald heute eher monoton. Aber in den Ausblicken und im Kontrast gegen den Himmel entstehen poetische Bilder von fein abgestuften Tonwerten.

Der Wind lässt den Regen der Nacht von den Blätter tropfen, ab und zu folgt ein Regenschauer, der aber kaum durchs dichte Blätterdach dringt. Es scheint, die Vögel halten sich mit Gesang zurück und zwitschern nur leise.

 

Ich setze mich in eine Altholzgruppe und lege eine Untermalung mit Ölstiften im Pastellmalbuch an. Grün ist eine sehr variable Farbe die in viele Richtungen moduliert werden kann. Ich habe das falsche Grün bestellt. Winsor Saftgrün entspricht nicht dem, was ist erwartet hatte, eine opakes, leicht warmes Grün, ähnlich einem Moosgrün, das für viele Blattgrüns als Ausgangsfarbe dienen kann. Das Saftgrün ist transparent, dunkler und wärmer. Glücklicherweise habe ich noch einen Rest „Winsor Grün“, das ich mir in den nächsten Tagen besorgen muss.