Lascaux UV lack als Firniss für Ölpastelle - zweiter Teil

Die Firma Caran d’Ache hat vor einiger Zeit meine Anfrage, ob Lascaux UV lack als Firniss für Ölpastelle geeignet sei, beantwortet. Caran d’Ache führt darin aus:

„In der Tat empfehlen wir Ihnen zum Schutz bzw. als Schlussfirnis qualitativ hochwertige transparente Acryl-Sprays, die nach dem Trocknen einen wasserunlöslichen und staubabweisenden Film über der öligen Pastellschicht (in unserem Fall: NEOPASTEL) bilden. Zwar bleibt die Ölpastellschicht darunter noch immer weich, ein vollständiges Aushärten wie bei Ölfarbe wird nie stattfinden. Im Handel finden Sie Matt- oder Glanzlack, jenen von Lascaux können wir sehr empfehlen.

Lösungsmittelbasierte Firnisse dagegen könnten die Ölpastelle anlösen und gar verlaufen lassen. Deshalb empfiehlt sich ein konträres Bindemittel (Acryl über Öl), das sich nicht mit der darunter liegenden Schicht verbindet. Am besten machen Sie auf kleinen Formaten Tests, bevor Sie größere, definitive Werke angehen“

 

Caran d’Ache bietet selbst auch Firnisssprays an. Diese sind aber nicht auf Acrylbasis hergestellt und daher für Ölpastelle weniger geeignet.

Ich habe inzwischen UV-lack Matt von Lascaux nachbestellt und erste Versuche damit unternommen. Das Produkt heisst jetzt Transparentlack 2-UV (2063). Es handelt sich nicht um ein Spray, sondern um eine Flüssigkeit, die mit weichem Pinsel aufgetragen werden kann. Aufgefallen ist mir der Sicherheitshinweis :“ Kann allergische Hautreaktionen verursachen. Verursacht schwere Augenreizung. Einatmen von Dampf vermeiden. Bei Hautreizung oder anhaltender Augenreizung ärztlichen Rat einholen“.

 

 

Lascaux empfiehlt zur Anwendung eine Verdünnung von 4 Teilen Lack zu 1 Teil Wasser. Bei den geringen Mengen, die ich für eine Doppelseite im Skizzenbuch benötige, ist das schwierig ohne Hilfsmittel einzustellen. Ich denke, ich habe eher im Verhältnis 2bis3:1 gemischt. Dünnes Papier wellt sich etwas nach der Anwendung und auf der Rückseite sind dunkle Stellen, kleine Flecken zu sehen. Der Lack schlägt wohl an Stellen mit dünnem oder durchbrochenem Farbauftrag etwas durch. Eine Trockenzeit von 8-12 Stunden habe ich diesmal eingehalten und bisher keine Blasenbildung oder klebrige Stellen bemerkt. Auch kleben die behandelten Seiten nicht aneinander. Nach dieser Erfahrung werde ich den Oberflächenlack in Skizzenbüchern auch in Zukunft verwenden. Damit können Zwischenpapiere zum mechanischen Schutz entfallen.

Tschüss Insekten,Naturschutz am Ende ?

Wildbiene, Acrylmarker und Ölpastell
Wildbiene, Acrylmarker und Ölpastell

Die  Wirksamkeit von isoliert liegenden Naturschutzgebieten, teilweise nur wenige Ar oder Hektar groß, wurde schon immer bezweifelt. Die neuesten Veröffentlichungen zum Insektensterben sind alarmierend und belegen, dass die Konzeption der Naturschutzgebiete weitgehend gescheitert ist.

Es mag gelingen, bestimmte Pflanzenstandorte zu erhalten, was aber offensichtlich nicht gelingt ist, die Lebensgemeinschaften/Biotope als Ganzes zu schützen. Die Tatsache, dass man eine Orchideenart immer wieder in einem Schutzgebiet sieht, sagt wohl nur sehr wenig über den tatsächlichen Zustand einer Lebensgemeinschaft am Standort aus.

Nach der u.a. vom Nabu vorgestellten Studie, die in diesen Tagen in allen Tageszeitungen publiziert wird, werden wir unsere Insektenwelt voraussichtlich in den nächsten 5-10 Jahren auf das Niveau der Unsichtbarkeit reduziert haben.

 

Ich kann mich noch gut erinnern, wie der Vogelschutzbund für seine Prophezeiungen eines stummen Frühlings in den 1980 er Jahren verlacht worden ist. In diesem Jahr haben wir schon mal einen Vorgeschmack auf eine derartige Katastrophe bekommen. Noch wird der dramatische Rückgang der Singvögel mit den schlechten Witterungsbedingungen und dem damit verbundenen schlechten Bruterfolg erklärt. Angesichts des dramatischen Rückgangs an Insekten, sollte man sich aber nicht wundern, wenn sich der geschädigte Bestand an Singvögeln wegen Nahrungsmangel nicht wieder erholt.

 

Die sehr unangenehme Wahrheit ist, wir alle tragen zu dieser Katastrophe bei. Sie ist der Preis für unseren derzeit noch hohen Lebensstandard. Eigentlich wissen wir das auch alle schon längst. Aber die Dinge zu ändern ist schwer, dauert viel zu lange und oft genug gelingt es nicht.

 

Schon vor 30 Jahren war der zunehmende Landschaftsverbrauch, die Zersiedelung und Zerschneidung der Landschaft als eine der Hauptursachen für das Artensterben erkannt worden. Trotz aller Anstrengungen hat sich nichts geändert. Auch seit die GRÜNEN in der Landesregierung von Baden-Württemberg sind, hat sich daran nichts geändert.

  

Derzeit werden im Enzkreis Grünzüge, Sperrflächen im Regionalplan gegen die Zersiedelung, in Serie außer Kraft gesetzt, damit neue Gewerbeflächen erschlossen werden können. Bisher wurden diese Grünzüge nicht angetastet, weil zuerst  ortsnahe Flächen aufgebraucht werden konnten. Jetzt, da dies an Grenzen stößt, sieht man, was die selbstgesteckten Grenzen wert sind: nichts, rein gar nichts. Geradezu antiquarisch muten Diskussionen über die Standortwahl an, wenn Landwirte auch heute noch ihre Äcker gegen Gewerbeansiedlung mit dem Hinweis auf den Schutz von Landschaft und die angebliche ökologische Wertigkeit verteidigen. Tatsächlich geht es in Summe darum, das eigene Einkommen zu verteidigen. Dagegen ist nichts einzuwenden, man sollte das aber auch klar sagen und vor allem zugeben, dass die Einkommen der Landwirte inzwischen von rund  50% Überproduktion abhängen! Dank der intensiven Nutzung ist die Artenvielfalt auf den landwirtschaftlichen Flächen doch schon längst zur Artenarmut geworden. Jeder halbwegs vernünftig eingegrünte Gewerbepark, ganz zu schweigen von einem Wohngebiet mit Minigärten, hat in Punkto Artenvielfalt inzwischen mehr zu bieten. Das ist die bittere Realität.

Lange Schatten, ein Spätnachmittag im Oktober mit sommerlichen Temperaturen

Blick nach Schmie - Maulbronn, Ölpastel im Skizzenbuch A4 Format
Blick nach Schmie - Maulbronn, Ölpastel im Skizzenbuch A4 Format

Ich versuche das schöne Wetter dieser Tage so gut wie möglich für das Malen und Zeichnen im Freien zu nutzen. Mit Ölpastellen und einem Skizzenbuch im A4 Format setze ich mich auf eine Wiese in der Nähe von Schmie und versuche das Licht der tief im Westen stehenden Nachmittagssonne einzufangen.

Um halb Fünf ist es noch so warm dass man im T-shirt draußen sitzen kann. Seit Samstag sind die Bauern ringsum auf den Feldern  intensiv bei der Arbeit und brechen die abgeernteten Äcker um, es riecht herbstlich, krautig. Die weithin sichtbaren, hohen Zypressen im Schmieer Friedhof sollten eigentlich schon vor Jahren gefällt werden. Bisher hat man sich aber wohl noch nicht dazu entschließen können. Diese Bäume setzen einen „fremdländischen“ dekorativen Akzent in der Landschaft, der mir über die Jahre sehr lieb geworden ist. Ebenso beeindruckend ist der große Nußbaum außerhalb der Friedhofsmauern mit seiner ausladenden, halbkugelförmigen Baumkrone.

Herbstliche Laubfarben an Buchen und Eichen, Skizze einer Streuobstwiese

Streuobstwiese, Oilsticks, Skizze im Malbuch
Streuobstwiese, Oilsticks, Skizze im Malbuch
Heute geht der Weg hinaus in die sonnigen Streuobstwiesen am Hamberg
Heute geht der Weg hinaus in die sonnigen Streuobstwiesen am Hamberg

Auch für heute ist herrliches Wetter mit Temperaturen, die im Laufe des Tages über 20° Celsius ansteigen sollen, vorhergesagt.

Ein großes Hochdruckgebiet hat sich über Europa Dank eines Hurrikans namens „Ophelia“ gebildet. 

Am Morgen ist die Luft frisch und kühl, obwohl die Sonne am wolkenlosen Himmel steht. Meine Atemluft steigt in kleinen Dampfwolken auf. Tau steht auf den Blättern und Gräsern, die Sonnenstrahlen werfen hell leuchtende Lichtbahnen in den Wald. Die Herbstfärbung der Blätter an Buche und Eiche ist in den letzten zwei bis drei Tagen schnell vorangeschritten. Am Waldweiher lässt die Sonne Dunstschwaden  aufsteigen.

 

Heute will ich hinaus aus dem Wald in die Sonne über den Streuobstwiesen um mit Ölfarben zu skizzieren oder eine Untermalung für ein Ölpastell anzulegen

Ansichten vom Burgberg , Ölpastel und Ölfarben

Blick über die Buschwiesen zum Burgberg bei Lienzingen
Blick über die Buschwiesen zum Burgberg bei Lienzingen

In den vergangenen Tagen habe ich die vor einem Monat begonnene Studie einer Ansicht vom Burgberg bei Lienzingen mit Ölpastellen überarbeitet und fertiggestellt. Das Format habe ich oben beschnitten.  Die Wege um die Buschwiesen und entlang der Weinberge am Hamberg und Eichelberg sind bei Spaziergängern sehr beliebt. Hier gibt es noch einige Gruppen und Einzelexemplare von alten Obstbäumen, die der Betrachter durch Variation der Position in der Landschaft und des Blickwinkels zu "pittoresken" Ansichten mit klassisch gestaffeltem Bildaufbau vor dem Hintergrund des Burgberges arrangieren kann. Vor einiger Zeit habe ich begonnen, Fotografien vom Burgberg in Anlehnung an die berühmte Holzschnittserie zum Berg Fujiama von Hokusai zu sammeln.  Auch am Burgberg sind besondere Wolkenformationen im jahreszeitlichen Wechsel zu beobachten. Allerdings ist der Berg mit knapp 380 Metern Höhe eher ein Hügel, der  kein stark ausgeprägtes eigenes Windsystem bilden kann. Gleichwohl steigen nach Regengüssen an den bewaldeten Hängen weithin sichtbare Wolkenschwaden auf. Besonders im Herbst, wenn Nebel in den Wiesenmulden liegt, erscheint der Burgberg besonders schön. 

Ein herbstlicher Spaziergang im Wald

Pilze an Stammfuß einer Roteiche
Pilze an Stammfuß einer Roteiche

In der Nacht hat es geregnet. Heute Morgen liegt die Temperatur bei knapp unter 10°Celsius.

Regentropfen fallen vom windbewegten Blätterdach der alten Buchen.
Kurz nach einem Regen ist der Wald besonders schön. Die Luft ist wie gereinigt, intensive Gerüche des beginnenden Herbstes liegen in der Luft. Das Grün der Moose leuchtet gerade in den Monaten Oktober und November besonders intensiv am Waldboden und an den Stämmen der alten Bäume.

 

Die diesjährigen Durchforstungen haben schon begonnen. Neue Schneisen sind geschlagen und Holz lagert in Stapeln an den Waldstraßen. Am Rand eines schönen Eichenwaldes wurden zwei LKW Ladungen Erdaushub mit Steinen abgeladen. Entweder soll hier ein Rückeweg befestigt werden oder aber jemand hat sich die Deponiegebühren gespart. Das wird sich sicher in den nächsten Wochen zeigen.


In einem Buchenaltholz setze ich mich auf meinen Hocker, um eine kleine Skizze von einem Stück Totholz anzufertigen. Zahlreiche Pilze sind durch die feuchte Witterung gewachsen. Zuhause versuche ich das gesehenen einzuordnen, wie es scheint waren nicht wenige der Pilze hochgiftig. Oft sind die recht harmlos aussehenden kleinen Pilze auf alten Baumstämmen und Totholz sehr giftig.

Totholz Skizze, Acrylmarker und Wachsmalstifte
Totholz Skizze, Acrylmarker und Wachsmalstifte

Ein Ausflug in den Südschwarzwald

Schwarzwaldkühe im Schatten von Weidfeldfichten
Schwarzwaldkühe im Schatten von Weidfeldfichten
Acrylmarkerskizzen, Baumgruppen im Schwarzwald Nähe Horben und St.Peter
Acrylmarkerskizzen, Baumgruppen im Schwarzwald Nähe Horben und St.Peter

Ende September habe ich ein verlängertes Wochenende im südlichen Schwarzwald verbracht.

Mit dabei waren Acrylmarker und eine Schachtel mit 30 Farben NeocolorII von Caran d’Ache. Bei herrlichem Herbstwetter war die Gelegenheit, auf den Spaziergängen in der Nähe des Schauinsland ein paar Skizzen zu machen.

Die heimische Landschaft des Stromberggebietes ist sicher sehr abwechslungsreich. Die Exkursion in die Schwarzwaldlandschaft war aber schon eine sehr schöne Abwechslung. Fichten- und Tannenwälder vermisse ich genauso wie die herrlichen Ausblicke von richtigen Bergen.

 

Dunst und Nebel – herbstliches Wetter

herbstliche Farben am Waldboden
herbstliche Farben am Waldboden

Dunst und Nebel, typisch für das hiesige Wetter im September, hüllen heute Morgen Wald und Feld ein. Der Waldweiher liegt still, dann vereinzelte Entenrufe. Jetzt ist die Zeit in der die Spinnengewebe sichtbar werden. Tautropfen glänzen wie Perlenketten im Gegenlicht. Die Sonne dringt erst später am Vormittag durch den Nebel, als ich schon in den Streuobstwiesen unterwegs bin. Eine Bank in der Sonne lädt zur Rast ein und ich zeichne den Blick über die Wiesen und Hecken.

 

Hier pfeifen die Stare, Krähen sitzen auf den Bäumen und in den Wiesen. Von Ferne schallt das Knallen der Weinbergböller herüber. Manche der Obstbäume tragen in diesem Jahr reiche Frucht. Die Äpfel fallen mit leisem Klopfen ins Gras. Der Geschmack erinnert an die Kindheit, an Radausflüge in die Umgebung, an rasende Flucht vor einem wütenden Obstbauern, der den Lausbuben die Handvoll Äpfel nicht gönnt.

 

Ich besuche einen absterbenden Obstbaum, den ich schon einige Male  wegen seiner urigen Form gezeichnet habe. Vor Jahren fand ich ein großes Hornissennest im Inneren des Stammes. Auch in diesem Jahr scheinen diese beeindruckenden Insekten hier wieder Quartier gemacht zu haben. In den Spinnweben oben am Stamm hat sich Bohrmehl gesammelt. Ein großer Ast von den Stürmen der letzten Wochen gebrochen worden.

 

 

Auf dem Rückweg lege ich einen kurzen Stopp in der Nähe des Waldweihers ein und zeichne ein Stück Totholz. Hinter mir kommt ein Pilzsammler durchs Dickicht und schneidet eine Rotkappe ab. Das Pilzsammeln ist wieder populär geworden.  Später sehe ich ihn durch durchs Unterholzstreifen, die Plastiktüte prall gefüllt.

Kann und soll man Ölpastelle fixieren? Erste Erfahrungen mit Talens Firnis für Ölpastelle

Bisher war ich immer der Meinung, dass es nicht notwendig ist Ölpastelle zu fixieren. Zudem war ein Test mit einem Fixativspray vor einigen Jahren ziemlich negativ ausgefallen. Die Farben wurden durch das Spray angelöst und veränderten sich, sie wurden dadurch dunkler.
Ölpastelle brauchen eigentlich nicht fixiert zu werden, da das Pigment sehr gut an den Bildträgern haftet. Allerdings trocknen Ölpastelle nie ganz ab. Die Oberfläche bleibt immer berührungsempfindlich, wenn auch nicht so empfindlich wie dies bei trockenen Pastellen der Fall ist.
Ich arbeite aber viel mit Ölpastellen in Skizzenbüchern und gestalte auch Malbücher in dieser Technik. Um gegenüberliegende Seiten vor gegenseitigem Abrieb oder Abdruck von Farbpartikeln zu schützen habe ich bisher immer Papier zwischen die Seiten mit Arbeiten, die ich möglichst unverändert halten wollte, gelegt. Das macht die Betrachtung der Bilder etwas umständlich, weil immer das Papier entfernt und wieder eingelegt werden muss. Gleichzeitig tritt dabei auch immer Abrieb auf.
Zufällig habe ich kürzlich ein Produkt der Fa. Talens entdeckt (Talens Varnish for oil pastels 060), mit dem man angeblich Ölpastellbilder abriebfest versiegeln kann. Ich habe mir eine kleine Flasche kommen lassen und die Anwendung an einigen Arbeiten in Skizzenbüchern ausprobiert.
Zunächst ist mir aufgefallen dass das Produkt ganz genauso aussieht, die gleiche Konsistenz hat und ganz ähnlich riecht wie der ebenfalls wasserlösliche UV-Acryllack von Lascaux, mit dem ich gelegentlich Acrylfarben oder auch einmal Gouachearbeiten gefirnisst habe. Ob das tatsächlich identische Stoffe sind, konnte ich bis jetzt nicht klären. Ich vermute aber zumindest eine sehr starke Ähnlichkeit.


Ich habe das Talens Produkt mit etwas Wasser verdünnt (ca. 1:10) und dann mit einem weichen Pinsel ohne Druck auf einige Ölpastelle aufgetragen. Zunächst perlt das Produkt auf der öligen Oberfläche ab, es kann sich kein durchgehender Film auf der Oberfläche bilden. Wenn man aber die weißliche Flüssigkeit durch permanente leichte Pinselstriche immer wieder verstreicht, sickert das Material etwas in die Oberfläche ein und es bildet sich nach ein paar Minuten doch ein durchgehender Film. Man muss aber sehr darauf achten stumpfe Stellen d.h. Lücken zu erkennen und diese dann zu überstreichen. Die Oberfläche ist schon nach recht kurzer Zeit (ca. 10-15 Minuten) trocken. Es ist aber ratsam, den Film, wie in der Anleitung beschrieben, in dünnen Schichten aufzutragen und diese etwa eine Stunde trocknen zu lassen,bevor man erneut aufträgt.  Wenn man das nicht macht und nur oberflächlich trockene Seiten zusammenlegt, können diese doch noch zusammenkleben und der aufgetragene Film reisst an manchen Stellen bei der Trennung der Seiten auf. Auf manchen Arbeiten mit etwas rauerer Oberfläche habe ich einen Tag später kleine Luftbläschen entdeckt. Auch diese können an der gegenüberliegenden Seite anhaften und dann beim Aufschlagen der Seiten abreißen.


Am besten sieht der Schutzfilm auf Arbeiten mit sehr glatter Oberfläche aus. Hier gibt es praktisch keine Luftbläschen oder Anhaftungen. Man muss bedenken, dass das Wasser, aber auch andere flüchtige Bestandteile verdampfen bzw. aushärten müssen.  Man sollte daher den Anstrich gut durchtrocknen lassen, bevor man eventuell auf der Rückseite eines Blattes weiter arbeitet. Das Papier wird zunächst etwas wellig, später stellt sich aber wieder Planlage  ein.


Die Schutzschicht macht die Oberfläche tatsächlich abriebfest. Man sieht also beim Reiben mit den Fingern keine Farbspuren mehr an den Händen. Auch konnte ich keine Veränderungen an den Farbenfeststellen. Durch die nunmehr glatte, matt glänzende Oberfläche bekommen die Arbeiten aber ein etwas anderes Aussehen. Je mehr Schichten man aufträgt, desto deutlicher kommt dies zum Ausdruck, weil der Glanz dann auch etwas stärker wird.  Für Arbeiten in Skizzen- und Malbüchern scheint mir diese Art der Versiegelung eine praktische Lösung.

 

Für Arbeiten auf Einzelblättern, die gerahmt unter Glas präsentiert werden sollen, sehe ich weiterhin keinen Anlass, die Firniss aufzubringen. Der Firnis macht die Arbeiten zwar "wischfest" aber er kann natürlich nicht vor stärkeren mechanischen Beschädigungen schützen. Auch bin ich skeptisch was die Langzeitstabilität anbetrifft. Immerhin sind Ölpastelle wasserabstoßend und ich habe Zweifel, ob der zunächst wasserlösliche Schutzanstrich sich dauerhaft mit der wasserabstoßenden Oberfläche der Ölpastelle verbinden kann. Für Arbeiten mit rauer Oberfläche sehe ich auch zusätzliche Schwierigkeiten, weil sich die Flüssigkeit vorzugsweise in den Vertiefungen ansammelt und erhabene Stellen weniger gut benetzt bzw. bedeckt werden können.

September Himmel, Sonne, Wind, Wolken und Regenschauer

Wolkentürme über Hamberg, Eichelberg und Burgberg bei Maulbronn
Wolkentürme über Hamberg, Eichelberg und Burgberg bei Maulbronn
Burgberg und September Himmel, Untermalung mit Ölfarbe
Burgberg und September Himmel, Untermalung mit Ölfarbe

Gestern bin ich nicht in den Wald gegangen. Am Nachmittag wehte ein sehr starker Wind. Die Gefahr von herabfallenden Ästen wird oft unterschätzt. Heute sieht die Wetterlage aber schon besser aus. Der Wind hat erheblich nachgelassen. Dank der starken Winde ist der Himmel im September sehr abwechslungsreich, oft sieht man grandiose Wolkenformationen. Am Nachmittag konnte ich dies schon durchs Fenster beobachten.

 

Mit Oilsticks, Papier, Malbrett und Kamera ziehe ich los, um am Waldrand zu malen und nach Möglichkeit eine Landschaft mit schönem Himmel nach Hause zu bringen. Wie so oft in der letzten Zeit war für heute erst einmal eine Untermalung mit Ölfarben geplant.

 

Am Waldrand sind die Spuren des gestrigen Sturms zu sehen. Ein dicker Ast an einer Eiche ist abgebrochen. Im Osten über Hamberg und Burgberg haben sich riesige Wolkentürme aufgebaut. Hinter mir, im Westen, ziehen mit kräftigem Wind graue Regenwolken heran. Aber ich habe Glück der Wind bläst nach Nordost, die Regenschauer ziehen an mir vorbei.

Windbruch an einer Eiche am Waldrand
Windbruch an einer Eiche am Waldrand